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Störche auf dem Schornstein des Heizkraftwerks Goethestraße: Technische Lösung ermöglicht sicheren Brutplatz

Seit Ostern nisten zwei Störche auf dem Schornstein des Heizkraftwerks in der Goethestraße.

Zu Ostern bot sich auf dem rund 23 Meter hohen Schornstein des Heizkraftwerks in der Goethestraße (Heizkraftwerk Ost) ein besonderes Bild: Ein Storchenpaar hatte sich diesen ungewöhnlichen Ort ausgesucht und begann mit dem Bau eines Nestes. Begünstigt wurde dies durch eine Phase, in der sich die Anlage aufgrund von Wartungs- und Modernisierungsarbeiten nicht im regulären Betrieb befand.

So erfreulich die Rückkehr der Störche ist, so stellte der gewählte Standort jedoch ein Risiko für die Tiere dar. Im Normalbetrieb werden über den Schornstein Abgase – darunter auch Kohlenstoffdioxid und Kohlenmonoxid – abgeführt. In enger Abstimmung mit der unteren und oberen Umweltbehörde sowie dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz wurde daher entschieden, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellte Nest zurückzubauen. Eier befanden sich demnach noch nicht im Nest.

Am 8. April 2026 war die Feuerwehr Meiningen mit einer Drehleiter im Einsatz. Neben der Entfernung des Nestes wurde eine von der Hydrotools GmbH & Co. KG aus Dreißigacker entwickelte Vorrichtung installiert, die einen erneuten Nestbau auf dem Schornsteinkopf verhindern sollte.

Trotz dieser Maßnahmen kehrte das Storchenpaar zurück und errichtete kurz darauf einen neuen Brutplatz. Dieser befand sich auf einem Schwingungsdämpfer unterhalb der ursprünglichen Stelle – und damit weiterhin in unmittelbarer Nähe zum Abgasaustritt.

Erneuter Feuerwehreinsatz am Heizkraftwerk 

Am 21. April 2026 erfolgte daher ein zweiter Einsatz in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Meiningen sowie mit erneuter technischer Unterstützung durch die Firma Hydrotools. Ziel war es, eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die sowohl dem Schutz der Tiere gerecht wird als auch den sicheren Betrieb der Anlage gewährleistet.

Hierfür wurde ein spezieller Aufsatz für den Abgasabzug installiert. Die etwa 1,5 Meter hohe Konstruktion sorgt dafür, dass die Abgase künftig oberhalb des Nestbereichs abgeführt werden und nicht mehr direkt neben dem Brutplatz austreten.

Während der Arbeiten wurden die im Nest befindlichen drei Eier mit großer Sorgfalt vorübergehend gesichert und in einer wärmegeschützten Box aufbewahrt. Nach Abschluss der Maßnahmen konnten sie unversehrt wieder in das Nest zurückgelegt werden.

Brutplatz gesichert – Betrieb gewährleistet

Durch die umgesetzte technische Lösung kann das Storchenpaar den Standort weiterhin nutzen, ohne dass Gefahren für die Tiere oder Einschränkungen für den Anlagenbetrieb entstehen. Damit ist es gelungen, Natur- und Artenschutz mit den Anforderungen einer sicheren Energieversorgung in Einklang zu bringen.

Die Stadtwerke Meiningen danken der Feuerwehr Meiningen für die schnelle und zuverlässige Unterstützung sowie der Hydrotools GmbH & Co. KG für die engagierte technische Umsetzung. Auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden und dem Thüringer Storchenbeauftragten Steffen Goldberg verlief konstruktiv und zielorientiert.

Zudem planen die Stadtwerke, eine Webcam zu installieren, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in das Brutgeschehen zu ermöglichen. Begleitend dazu wird es auf den Social-Media-Kanälen die Möglichkeit geben, Namensvorschläge für das Storchenpaar einzureichen.

Bei dem Feuerwehreinsatz am 21. April 2026 war zudem ein Kamerateam vor Ort. Einen Ausschnitt aus dem Bericht können Sie hier einsehen.

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